Balvenie

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Sonntag, 8. Dezember 2013

McClelland - Virginia Matured #25

Wie in McClellands „Matured Virginia“-Serie üblich, finden sich auch in der #25 gereifte Virginias, und zwar rote und schwarze. Gereift als Tabakkuchen, dieses Mal allerdings als „ready rubbed“ in die Dose gefüllt. Für einen Fan der Serie ein Augenschmaus. Und hat man nach dem Öffnen der Dose das neudeutsch bezeichnete „Ketchup-Tin-Aroma“ hinter sich, dann duftet es schlicht nach Natur, bodenständig mit süßen und sauren Spitzen im Wechselspiel. Oft kommen diese Virginias recht feucht zu Hause an, durch das feinere Schnittbild trocknet der Inhalt hier allerdings um Längen zügiger als bei den Flakebrüdern aus derselben Schmiede.



Da dieser Tabak bereits rauchfertig ist, kann es an sich unkompliziert los gehen. Ein mittelgroßer Kopf, das Kraut bis zu zwei Drittel der Füllung sanft einfüllen und erst den Abschluss etwas andrücken. Das hat sich für das Rauchvergnügen der #25 als Vorteil erwiesen, denn der Tabak mag von unten atmen und seine Geheimnisse nur sparsam preis geben. Der hier ist nicht zum „Nebenherrauchen“ gedacht, sondern es handelt sich um einen naturnahen Burschen, der vom Raucher erkundet und erforscht werden will. Geht man darauf nicht ein, lässt uns dieser McClelland ziemlich rat- und ahnungslos im Regen stehen. Das Weglassen eines Filters kann hier übrigens sehr hilfreich sein! Zungenbrand? Kein Spur...

Er ist mittelstark, nicht übermäßig süß und an machen Stellen etwas würzig. Man kann fast den Eindruck gewinnen, dass etwas Orienttabak dazu gemischt wurde. Reine Spekulation meinerseits und es ist doch schön, wenn beim Genuss eines Tabaks die Fantasie angeregt wird. Hastiges Ziehen quittiert diese Virginiamischung zwar mit Hitze, zeigt sich aber in ihrem Geschmack nicht allzu zickig. In dieser Beziehung ist die #25 also recht gutmütig. Im Raum durftet es nach Virginia... mehr muss man dazu nicht sagen, eher unspektakulär.


Schließlich halte ich diesen Tabak für Beginner nicht unbedingt geeignet. Es ist eine Mischung, die bei zu wenig Aufmerksamkeit schnell in die Ecke der Belanglosigkeit verschwinden kann. Ein fataler Fehler, denn hier befindet sich ein schüchterner „Highend“-Tabak in der Pfeife, dessen Stärken im Detail liegen, der auch erfahrene Pfeifenfreunde herausfordert und bei guter Behandlung eine echte Belohnung bereit hält.