Balvenie

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Samstag, 21. Dezember 2013

HU-Tobacco - Janneman Flake

Am 21. Dezember weihnachtet es überall und auch der genüsslichste und routinierteste Pfeifenraucher kann unter Umständen noch mal ins Schwitzen geraten, wenn er denn noch nicht alle Besorgungen für die Festtage erledigt hat. Aber ansonsten ist Weihnachten für viele etwas ganz Besonderes. Lassen wir christliche Betrachtungsweisen an dieser Stelle außen vor, denn auch ich rauche ganz gerne in Ruhe zu Hause einen guten Tabak aus einer schönen Pfeife, während sich alle anderen in Gotteshaus tummeln und eine besinnliche Miene aufsetzen, um dort wenigstens einmal im Jahr gesehen zu werden.

Pfeifenforen meide ich inzwischen ebenfalls, da dort in zahlreichen Fällen die Pfeifenraucher bei besinnlichen Themen über den Schmauch und den dazu gehörigen Ritualen wie die Kesselflicker verbal aufeinander eindreschen. Und zwar mindestens so schlimm wie die Modelleisenbahner. Deswegen sagt mir auch das holländische Pfeifenforum „PRF“ nichts. Von dem hörte ich neulich zum ersten Mal, als Hans Wiedemann von HU darauf aufmerksam machte, dass für dieses Forum drei neue, bzw. überarbeitete Tabake entstanden sind. Eine aromatische „Kaffee-Mischung“, ein „Engländer“ und ein Virginia-Perique-Flake. Also ein „VAper“, wie der mundfaule YouTuber im englischsprachigen Kreis zu sagen pflegt.



In Anlehnung an den holländischen „Pater Noster“ schimpft sich dieses Werk schlicht „Janneman Flake“. Nach dem Öffnen der Dose schlägt das Weihnachtsherz für jeden faulen Kirchgänger und/oder Flakefan sofort höher. Ein wunderbarer dunkelbrauner Flake an einem Strang. Ein „firecured“ Virginia mit einer Prise Perique. Der Duft? Bestes Schwarzbrot. Und beim Anfassen weich, genau richtig konditioniert. 

 
Fast zu schön, um ihn anzureißen. Bringt man das allerdings übers Herz, lässt sich dieser Flake einfach und gefühlvoll stopfen. Ein bis zwei Zündhölzer reichen für eine flächendeckende Glut vollkommen aus. Und dann offenbaren sich herrliche, sanft süße und in der Tat cremige Aromen. Die dezente Würze und das „firecured“ schärfen die Sinne und lassen den Virginia-Fan als Raucherengel aufsteigen. Samtig an Gaumen und Zunge raucht sich dieser mittelstarke Flake ohne jegliches Beißen runter. Egal, ob mit oder ohne Filter. Er ist gutmütig und hat große Schwierigkeiten, die Pfeife mehr als notwendig zu erhitzen. Man sitzt da, denkt über die schönen Dinge des Lebens nach und stellt fest, dass sowohl der Raucher als auch die Pfeife äußerst cool sind.

Da mir dieser Flake nicht zu komplex erscheint, und auch wegen seiner Freundlichkeit in Sachen Handling, kann es hier nur eine Empfehlung geben. Auch für diejenigen, die sich an einen Flake bisher noch nicht gewagt haben. Zwar für ein holländisches Forum kreiert, so ist der Tabak auch für uns über die Webseite von HU ohne Probleme erhältlich. Noch passend zum „Rauchfest“ gibt es hier also ein wunderbares Kraut, was mich freudig ein paar Runden um den Weihnachtsbaum laufen lässt!