Balvenie

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Mittwoch, 11. Dezember 2013

DTM - Da Vinci

Auch wenn der überwiegende Teil meiner verkosteten Tabake aus der naturnahen Richtung kommt, so gebe ich zu, dass ich immer auch wenigstens eine Dose mit aromatischen Kraut geöffnet habe. Dabei bin ich so frei und erhebe Ansprüche. 1. Der Duft in der Dose und der Geschmack an Zunge und Gaumen müssen mich ansprechen, 2. die verwendeten Tabake sollen hochwertig sein und 3. die Füllung soll durch schmecken. Letztes ist der schwierigste Punkt, denn allzu oft hat es sich mit dem Genuss nach etwa der halben Füllung, das Aroma ist ab diesem Zeitpunkt weg und was dann noch übrig bleibt ist bestenfalls dazu geeignet, im Mundraum einen ledrigen Putzlumpen zu hinterlassen. In diesem Fall spricht man dann von einer sog. Rauchpappe, einer Spezies, die auf dem Markt überproportional vertreten ist. Ganz böse sind diese Vertreter, die sich dann auch noch nachhaltig im Holz des Pfeifenkopfes verewigen und meinen, sie müssten auf diese Art und Weise einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

 
Wer sich aber umschaut und sich nicht nur auf den Pfaden des Mainstreams bewegt, der kann fündig werden und mit hoch aromatischen Tabaken wahre Gaumenfreuden erleben. Aufmerksamkeit sollte man diesbezüglich dem „Da Vinci“ von DTM schenken. Braune und hellere Virginias vermischt mit Black Cavendish. Dazu ein Aroma von süßlichem (Wild-)Honig gepaart mit einem schmackhaften Vanille-Casing. Oben drauf eine dezent (rot-)weinige Note. Der Werbetexter des Herstellers hat sich erlaubt, als Herkunft für den Honig und den Rotwein den Süden der Toscana zu nennen. Einer wunderschönen Landschaft, die DTM inzwischen nach dem Erscheinen des „Memories of Tuscany“ nicht weiter strapazieren sollte.




Ist die Dose geöffnet, kommt einem eine süßliche, aber nicht klebrige, Duftwolke entgegen. Betörend kann man dazu auch sagen. Das Schnittbild ist ready rubbed, was ein sorgfältiges Stopfen der Pfeife recht einfach macht. Nach dem Anzünden geht es dann mild-süß auf der Zunge weiter. An diesem Punkt bin ich nicht neutral, denn es ist in der Tat alles persönliche Geschmackssache. Dieses Aroma ist bei mir ein Volltreffer und verursacht tatsächlich, dass die Suche nach echtem Tabakgeschmack vernachlässigt wird. Und obwohl das Aroma so heftig ist, habe ich nicht im Ansatz das Gefühl, einer chemischen Keule aufgesessen zu sein. Der Rauchgenuss zieht sich bis zum Pfeifenboden, es verfliegt zwischen drin nichts. Es ist eine Mischung um den Tag zu beginnen oder am Nachmittag eine Tasse Kaffee zu genießen. Der Tabak ist leicht, die Raumnote ist deutlich, aber nicht unangenehm. Ein toller Hocharomat, für mich ein Kunstwerk. IN FUMA È VERITA!