Balvenie

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Dienstag, 29. Oktober 2013

G.L. Pease - Cumberland

Der „Cumberland“ von G.L. Pease ist sicherlich ein Nischenprodukt aus der Rubrik „es darf durchaus mal etwas heftiger sein“. Das war mir spätestens klar, als ich diese Mischung als erste Pfeife des Tages geraucht habe. Der Reihe nach:

Nach dem Öffnen der Dose findet der geneigte Freund eine an sich völlig harmlos aussehende Virginia-Mischung in feinen Fasern vor. Ein bisschen aufgelockert wird das Bild von dunklen Fäden. Glaubt man der Beschreibung, wurde vom Mischmeister ein über 20 Jahre gereifter Kentucky beigemengt. Ein Schuss zusätzliche Würze lässt die Dreingabe von Perique erwarten. Im Geruch findet sich das erwartete Heu und eben auch eine Portion ordentliche Würze im Hintergrund.


Einfachstes Anzünden schickt den Pfeifenraucher dann auch gleich los. Und wenn man nicht aufpasst und zu schnell pafft, dann geht es auf eine überraschende Reise. Das Wort „überraschend“ kann hier ganz schnell negativ belegt sein. Soll heißen: Das Kraut ist recht stark, was wohl dem Kentucky geschuldet ist. Der belegt dann auch alles und lässt einer Süße der Virginias keine Chance. Hat man nichts vorher gegessen, kann es noch übler ausgehen. Die Problematik liegt zudem darin, dass diese Mischung wohl am besten ihre natürlichen Aromen preis gibt, wenn der Pfeifenkopf nicht zu klein ist. Ihr merkt, es kann zu einem Desaster werden, nämlich das recht schnelle Sättigungsgefühl und die etwas größere Füllung.




Also bleibt einem nur das übrig, was der „Cumberland“ unbedingt verlangt. Man muss ihn sehr sanft und zurückhaltend rauchen. Dann dauert die Füllung zwar recht lange bis sie sich dem Ende neigt, aber man erhält eine durchaus vielfältige Raucherfahrung. Dann drückt hin und wieder der Kentucky, aber auch die dezente Süße kann sich Freiraum schaffen und der Perique erledigt seine Aufgabe ebenfalls in einem brillanten Zusammenspiel.

Dies ist kein Tabak von der Stange. Nee, der sucht und hat sicherlich seine ganz eigenen Fans. Für mich ein Tabak für den Abend. Nach einem guten Abendessen und mit einem kostspieligen Dram. Da punktet der „Cumberland von G.L. Pease bei mir. Den Rest vom Tage lasse ich ihn aber in der Schublade.