Balvenie

Balvenie

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Martin Suter - Allmen und der rosa Diamant

Der 1948 in Zürich geborene Schriftsteller Martin Suter hat mit Johann Friedrich von Allmen einen neuen Serien-Protagonisten geschaffen. Ein Detektiv, der mit dem charmanten und witzigen, sehr sympathischen Partner Carlos in das ganz große Geschäft einsteigen will. Das bedeutet „Fälle klären“, und um an die ganz großen Fische, sprich Aufträge, heran zu kommen, muss sich eine Detektei mit dem "international" vielversprechenden Namen „Allmen International“ irgendwie etablieren. Das Problem dabei: „Wer mit den Großen pinkeln möchte, sollte auch das Bein hoch genug bekommen“. Genau das schafft das Duo nämlich noch nicht. Zwar ist Carlos betucht, doch leidet die Company unter dem chronischen Geldmangel von Allmen, bedingt durch eine Lebensweise auf all zu großem Fuß, der er in allen Belangen nicht gerecht wird.


Das könnte sich ändern, als Allmen einen neuen Auftraggeber in einem Büro in London trifft. Es geht um einen wertvollen, rosafarbenen Diamanten. Sieht im Grunde genommen recht easy aus, werden verdächtige Personen doch gleich mit geliefert. Die Aufgabe scheint sich also einzig und allein auf das Finden des der Tat verdächtigen Diebes zu beschränken. Über die beschauliche Schweiz findet der bescheidene Plot, über den noch zu reden ist, seinen weiteren Weg in eine Nobel-Herberge an der Ostseeküste. Ganz nebenbei verlebt Allmen hier satte 14.000 Euro innerhalb weniger Tage. Nicht schlecht für jemanden, der an sich noch nichts auf der Habenseite verbuchen kann.

Ziemlich flott wird dem Leser deutlich, dass der etwaige Plot nicht besonders umfangreich gestrickt ist. Ein relativ stümperhafter Anfängerdetektiv, zwar belesen, aber ansonsten nicht clever, der sich die wichtigsten Tipps bei seinem Assistenten Carlos per Telefon abholt, ein gar nicht mal so unsympathischer Verdächtiger und, wie auch in zahlreichen Filmen zu sehen, gibt es parallel suchende, mehr oder weniger kriminelle Mitbuhler, die sich dem rosa Diamanten annehmen wollen. Da die Story von ihrem Umfang her schmal gehalten ist, drängt sich ohnehin sehr schnell die Frage auf, um was es sich denn nun bei dem gesuchten, wertvollen Stück exakt handelt. Mehr braucht an dieser Stelle nicht verraten zu werden, der Leser erfährt es zügig.

Eines muss man Martin Suter allerdings wirklich lassen: Gekonnt und routiniert, flüssig lesbar, wird der Leser unterhalten. Und das von Beginn bis zum Ende. Man rätselt nicht mit, folgt aber der Handlung stets interessiert und wachsam. Dies ist der zweite Teil der neuen Suter „Allmen-Serie“ und für einen unterhaltsamen Lesegenuss kann man sich getrost schon auf Teil drei freuen. Einzig: Für diesen wirklich schmalen Schmöker erscheint mir der veranschlagte Buchpreis unangemessen hoch. Ansonsten gute Wertung, weil einem die Figuren ans Herz wachsen können!


ISBN-10: 3257067992
ISBN-13: 978-3257067996
221 Seiten
erschienen am 28. Juni 2011
Diogenes Verlag