Balvenie

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Mittwoch, 30. Oktober 2013

Cornell & Diehl - Pennington Gap

Irgendwo zwischen muffig und dezent alkoholisch riecht es, wenn man Cornell & Diehl's „Pennington Gap“ öffnet. Das dunkle Tabakbild setzt sich aus Burley, Black Cavendish und einem Schuss Perique zusammen. Woher die alkoholische Duftnote kommt? Der Tabak ist lt. Beschreibung mit einem „guten“ Bourbon aromatisiert. Nach meinen positiven Erfahrungen mit McClellands „Virginia 35 Ribbon“, mit Whisky-Noten, bin ich auf den „Pennington Gap“ mehr als gespannt.


Erste Ernüchterung: Zunächst ist der Tabak viel zu feucht. Er lässt sich zwar noch relativ problemlos in den Pfeifenkopf füllen, aber schon das Entzünden gestaltet sich problematisch. Es folgt also eine zweiwöchige Zwangspause, ohne das ich dieses Machwerk von Cornell & Diehl genießen kann.


 Ca. zwei Wochen später riecht es aus der Dose nicht mehr so muffig, alkoholisch bleibt es dennoch. Nun gut, das darf ein mit Bourbon-Aroma angepriesener Tabak auch. Die ersten Züge lassen das Aroma erkennen, klar ist aber auch, dass Süße hier nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wenn sie denn überhaupt da ist. Ich tippe auf den Perique, der bei einem unachtsamen Ziehen sämtliche andere Tabaknuancen nieder drückt. Aus dieser Klammer heraus zukommen geht nur über äußerste Zurückhaltung. Dann wird es würzig und das Aroma schickt sich an, die Zunge sanft zu umschmeicheln.

Für mich persönlich hat Cornell & Diehl mit dem „Pennington Gap“ eine aromatische, mittelstarke Mischung erfunden, die zwar selten ist, aber deswegen wahrscheinlich auch nur eine begrenzte Zahl an wirklichen und dauerhaften Freunden finden dürfte. Dabei liegt es mir völlig fern, an der Qualität des Tabaks zu zweifeln, aber diese Mixture erweckt bei mir den Eindruck, dass das hinzu gegebene Bourbon-Aroma einen aussichtslosen Kampf führt. Gegen einen Burley, der entgegen der Beschreibung des Herstellers hier überhaupt nichts Nussiges mit bringt und einem Perique, der für meinen Geschmack irgendwie falsch akzentuiert wurde. Jemand, der sich gerne selbst froh redet, würde jetzt sagen, dass im „Pennington Gap“, trotz Aromas, noch echter Tabakgeschmack zu finden ist. Dem könnte ich, obwohl der Tabak nicht chemisch schmeckt, nicht zustimmen. Ich gestehe: Ich komme mit ihm nicht klar! Andere Pfeifenfreunde mögen das besser als ich können. Von Cornell & Diehl nehme ich mir lieber eine andere Mischung und den Bourbon trinke ich lieber.