Balvenie

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Freitag, 1. März 2013

Rückzug vom Rückzug ist gar nicht so mein Ding

Der eine oder andere aufmerksame Beobachter hat meinen Rückzug von Youtube, den ich kurz vor dem Heiligen Abend auf so charmante Art und Weise bekannt gemacht habe, mit verfolgt. Da gab es zahlreiche Leute, denen das, vollkommen zu Recht, völlig wurscht war, aber es gab auch Mit-Youtuber, die meinen Entschluss außerordentlich bedauert haben. Nun ja, bedauert habe ich das an sich auch, auf der anderen Seite hat sich an meiner Meinung nichts geändert. Darüber muss man auch nicht weiter diskutieren, es würde zu keinem Ergebnis führen, mit dem sich alle einverstanden erklären. Meine Bocklosigkeit auf langatmige, ausschweifende und zugleich nichtssagende Videos ist ungebrochen. Einzig, das die Geschmäcker verschieden sind und das natürlich jeder das Recht dazu hat, das hochzuladen, was er möchte, lasse ich ohne Punktabzug gelten. Und ich bleibe auch dabei, dass in einer anfangs den Eindruck vermittelnden „Community“ einige Leute zusehends diese "Community in einen „Egomanen und Egoisten-Verein“ verwandelt haben, in dem mancher sich möglichst lange, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen, am liebsten selbst präsentieren möchte.

Was für mich unglaublich ist, ist die Tatsache, dass mich noch immer regelmäßig virtuelle „Freunde“ persönlich anschreiben und mich auffordern, meinen Entschluss nochmals zu überdenken. Das ehrt mich, das freut mich, bringt mich allerdings auch in die Verlegenheit, tatsächlich darüber nach zu denken. Doch hinter diesen Gedanken verbirgt sich auch ein kleines Dilemma:

Ich habe schon zwei mal die Schotten auf Youtube dicht gemacht, davon einmal mit lautem Getöse. Ich bin in den aller meisten Fällen ein Mensch, der konsequent und auch hart gegen sich selbst sein kann. Was würde das für einen Eindruck machen, wenn ich jetzt und plötzlich wieder auf der Matte stehe? Verliere ich damit möglicherweise meine Glaubwürdigkeit? Nimmt man zukünftig Kritik von meiner Seite überhaupt noch ernst? Von dem Entschluss, einen reinen Pfeifenraucherkanal zu betreiben, habe ich mich ohnehin innerlich verabschiedet. Es gibt im Zuge des Genusses für mich einfach noch zu viele andere Sachen, an denen ich Youtuber beteiligen wollte. Und so ist es, dass ich inzwischen, nach dem mehr als zwei Monate vergangen sind und ausreichend Zeit zum Nachdenken vorhanden war, durchaus mit dem Gedanken spiele, dem Wunsch der Fordernden nachzugeben. Einzig die beschriebenen, sich aufdrängenden „Dilemma“-Fragen müsste ich noch für mich beantworten. Habt Ihr einen Ratschlag für mich? Ich bin in dieser Angelegenheit unentschlossen und bin mir nicht im Klaren darüber, was richtig ist und was nicht.

Viele Grüße,
Jogi