Balvenie

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Montag, 7. Mai 2012

Rattray's - Marlin Flake

Das Auge isst bekanntermaßen mit, und so ist der „Marlin Flake“ von Rattray für mich ein echter Hingucker. Nach dem Öffnen der Dose läuft mir als Freund der naturnahen Tabake und Flakes das Wasser im Mund zusammen. Dabei ist der „Marlin Flake“ gar nicht so naturnah, wie man annehmen möchte. Da steigt ein Duft von Rosinen aus der Dose, vielleicht auch etwas Pflaume, irgendwie dezent fruchtig. Die Aufschrift auf der Dose spricht von einer Portweinnote. Sei es drum, wie auch immer, man mag es glauben. Das berühmte Schwarzbrotaroma ist im Übrigen auch nicht zu leugnen. Kurz und auf den Punkt: Dieser Tabak riecht lecker! Dazu gibt der „Marlin Flake“ ein wunderbares Tabakbild ab. Ein mittel- bis dunkelbrauner Tabakstrang, mit noch dunkleren und hellen Farbtupfern. 

 
Wie vorgehen? An sich ganz einfach. Eine Portion vom Strang abreißen, knicken, falten und wer mag, vor dem Einbringen in die Pfeife zwischen den Fingern kurz aufzwirbeln. Letzteres ist sicherlich kein Muss, ich mache es ganz gerne, weil ich finde, dass sich die Aromen, die sich in diesem Tabak befinden, anschließend noch besser entfalten können.

 
Und damit bin ich auch bei einer kleinen Besonderheit, welche in seltenen Fällen für das Rauchen von Flakes gilt. Ich rauche den „Marlin Flake“ vorzugsweise nicht ausschließlich aus typischen flachen Flakepfannen, sondern es darf durchaus auch eine Pfeife mit einem etwas größeren Füllvolumen, beispielsweise eine Bent, sein. Der dadurch länger andauernde Rauchgenuss ist gerechtfertigt, weil so die Stärken besser zur Geltung kommen. Der Tabak lässt sich optimal entzünden und umschmeichelt Zunge und Gaumen auf der Stelle. Natürlich süß und lieblich, leicht aromatisch. Laut Hersteller befindet sich in der Mischung eine kleine Portion Black Cavendish, ein Tabak, den ich ansonsten, entgegen vieler anderer Pfeifenraucher, nicht als Aromaträger favorisiere. Der dazu gegebene Perique, der so manche Mischung auch zerstören kann, verleiht etwas Würze und wohl auch Stärke, ansonsten passt er sich hervorragend an und ist nicht auffällig. Die Verhältnisse stimmen hier einfach. Man erlebt einen gutmütigen Abbrand, hin und wieder, auch das ist für Flakes nicht ungewöhnlich, muss nachgefeuert werden. Die graue Asche senkt sich ganz langsam entgegen dem Boden, der Tabak schmeckt wirklich bis zum Ende. Der „Marlin Flake“ ist mittelstark und für mich, auch noch nach Jahren, ein Hochgenuss. Top Quality! Die Raumnote ist mitbewohnerfreundlich.