Balvenie

Balvenie

Dienstag, 10. April 2012

Peter Heinrichs - Roll Cake u.a.

Mehr durch Zufall als durch bewusstes Aussuchen bin ich zu Peter Heinrichs „Roll Cake“ gekommen. Dieser Tabak hat es geschafft, mich immer mehr davon zu überzeugen, dass das Geschmacksempfinden beim Konsum von Rauchtabak auch von einer gehörigen Portion Subjektivität geprägt ist. Wie ich das meine? 


An bestimmten Tagen behaupte ich, dass der „Spun Flake N° 32“ aus dem Hause Pfeifen Schilde in Essen ein und derselbe Tabak wie der „Roll Cake“ von Peter Heinrichs in Köln ist. Und auch der „W.Ø. Larsen Selected Blend N° 32“ scheint sich ganz in der Nähe zu befinden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit schlummern diese köstlichen Curly-Flakescheiben im Rahmen der vielen erhältlichen Haustabake auch noch woanders, natürlich unter einem anderen Namen, aber von demselben Hersteller. Und dann gibt es Tage, da halte ich mich für besonders schlau, in dem ich klitzekleine Unterschiede, lediglich Nuancen, festzustellen glaube. Nur wie und wo, das kann ich selten beschreiben. Alles subjektiv!

 
Fest steht allerdings, dass dieser Tabak nicht nur quadratisch, praktisch und gut ist. Das wäre untertrieben. Denn schon beim Öffnen der Dose umgarnt einen ein sahniger, leicht nach Karamell duftender Geruch. Einer der wenigen Tabake, bei dem das Wort Butterplätzchen vollkommen zutrifft. Leicht zu entnehmen, locker in sich zu knicken und zu falten, behutsam und leichtgängig in die Pfeife einzubringen, steht einem wahrhaft süßlichen Rauchgenuss kaum etwas im Wege.

Der langsame Abbrand und der angenehme Geruch im Raum bieten schon in einer kleinen Pfeife diesen cremigen, wirklich süßen Geschmack. Für mich ein idealer Begleiter zu einem doch eher bitteren Kaffee ohne Zucker (wegen der schlanken Linie). Anmerkung: Für mich ist es vollkommen unverständlich, dass so viele Pfeifenraucher als Begleitgetränk auf Tee schwören. Die Geschmäcker müssen wirklich unterschiedlich sein. :-)

Der „Roll Cake“ lässt in seiner Süße im letzten Fünftel etwas nach, aber auch das verzeiht man gerne, das ist eh nur marginal feststellbar. Diese gepressten Flakescheiben haben das Zeug zum sog. „All Day Smoke“, Virginiafans werden zumeist drauf stehen. Das dezente Aroma und die Darreichungsform ergeben mit den verarbeiteten Tabaken ein mehr als stimmiges Gesamtergebnis. Wieder mal ein Beweis dafür, dass man sich ohne Soße den Tag versüßen kann.  

 
Letzter Hinweis: Der „Spun Flake N° 32“ von Pfeifen Schilde dürfte bei freier Wahl wegen seines Preises unter den Genannten das Rennen machen!