Balvenie

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Samstag, 18. Februar 2012

McClelland - Blakeney's Best Tawny Flake

Ich bin eigentlich kein Freund von sog. „Broken Flakes“, diese Art des Schnittbildes ist für MICH im Grunde genommen so über, wie ein oberbayerischer Weiberkropf. Lehne ich einen "Broken Flake" ab, wäre dies jedoch fahrlässig und ich müsste insbesondere bei den US-Tabaken auf das eine oder andere Highlight verzichten. So auch bei der Serie „Blakeney's Best“ von McClelland, hier der „Tawny Flake“, ein waschechter und reiner Virginia. 


Als Unterschied fällt mir überraschend auf, dass die Dose nach dem Öffnen einen wesentlich dezenteren Essiggeruch als sonst üblich offenbart. Auch ist dieser Tabak nicht so feucht wie erwartet. Und genau das lädt zum sofortigen Stopfen der Pfeife ein. Ich nehme mir also ein paar kleine Flakescheibchen, verdrehe sie ein bisschen in- und miteinander und führe sie behutsam in den Kopf der Pfeife ein. Ich kann mir nicht helfen, aber insbesondere beim „Broken Flake“ sollte ich einen gesteigerten Wert auf die Zugprobe vor dem Anzünden legen.

 
Dann geht es los, und jawohl, wie zu erwarten ein milder bis mittelstarker Virginiagenuss, mit einer unaufgeregten Raumnote und gutmütigen Abbrand, wenn man denn bedächtig zieht und die Pfeife vor Hitze bewahrt. Nichts Neues in Sachen purer Virginia. Ich kann kein Flavour erkennen, naturbelassen, wie man so schön zu sagen pflegt. In manchen Momenten denke ich, dass Greg Pease‘ „Union Square“ seine Antwort auf den „Tawny Flake“ sein könnte, entdecke ich hier ein wenig Würze, wobei ich mir nicht zusammen reimen kann, woher diese stammt. So entsteht ab etwa der Hälfte des Rauchopfers ein süßlich-herber Geschmack.

Gerade zu Herbstbeginn kommt mir dieser Tabak zur rechten Zeit. Der „Tawny Flake“ reiht sich in einer Summe hochklassiger Virginias aus den USA ein, so mein Eindruck, nach dem sich der Tabak in weiß-graue Asche verwandelt hat. Hat man die Chance, zugreifen!