Balvenie

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Donnerstag, 31. Dezember 2009

Guten Rutsch und ein gutes neues Jahr 2010!

Letzter Eintrag in diesem Jahr. Heute ist Sylvester und ich kann mich noch an letztes Jahr erinnern, als es an diesem Tag ein Glatteis gab, welches in unseren Gefilden seines Gleichen sucht. 2009 ist es da draußen zwar auch wieder miserabel, aber ich denke mal, dass der heutige Tag, und insbesondere die Nacht, ohne außergewöhnliche Rutschpartien über die Bühne gehen werden. 
 
Heute Morgen habe ich als erstes in einem Youtube-Video erfahren, dass die Pfeifenrauchergemeinde nun auch schon anfängt, sich gegenseitig Schwierigkeiten zu machen. Da wird einem ja schlecht, wenn man sieht, dass Leute, die sich Mühe geben und sich intensiv mit ihrer Leidenschaft beschäftigen, diffamiert und beleidigt werden und man ihnen sogar auf niedrigem Niveau droht. Nun ja, ich bin von Herzen Musikfan und deshalb auch sehr froh darüber, dass ich mich an diesem Schwachsinn nicht auch noch beteiligen muss. In der Musikbranche bin ich so etwas ja leider gewohnt. Ich wiederhole mich da: Es gibt da keine Gerechtigkeit! Ich glaube, außer in der Politik ist man nirgends vergesslicher. Was der eine dir heute erzählt und verspricht, hat er morgen schon wieder vergessen. Von Anstand will ich da gar nicht sprechen. Ich weiß nicht: Entweder wird im Rock ‚N‘ Roll-Geschäft nach wie vor zu viel gesoffen oder der bisherige Konsum hat die Birne matschig und vergesslich gemacht. Noch schlimmer ist es, wenn derjenige, der sich nicht an Abmachungen halten möchte, nicht die Muße und die Aufrichtigkeit hat, einem ins Gesicht zu schauen und manche Entscheidung zu begründen. Und so kommt es, dass auch hier ganz besonders diejenigen enttäuscht werden, die sich richtig in ihr Hobby rein stressen und sich Mühe geben, und zwar mit Rücksicht auf andere. Neider wird es immer geben und da sind wir wieder beim ursprünglichen Thema. Was Profis schaffen (das sind diejenigen, die von ihrer Mucke leben) scheint den Amateuren unmöglich. Gnadenloses Konkurrenzdenken verdirbt den Charakter, obwohl nicht ein einziger von uns auch nur einen müden Euro mehr bekommt, wenn er „Kollegen“, die nur als Hobby und aus Leidenschaft musizieren, hinter dem Rücken schlecht macht. Und zuletzt erinnert mich das Ganze an die Firma, in der ich beschäftigt bin. Immer nach dem Motto: „Falls du keine Probleme hast dann schaffe dir welche“. Was gut ist und sich bewährt hat, muss geändert werden. Und nachher sind die Augen groß, wenn die eine oder andere Rechnung doch nicht aufgeht. Das ist zwar modern und wird meinetwegen auch inzwischen an Hochschulen so gelehrt, aber es ist auch lediglich Theorie und führt in den aller meisten Fällen lediglich zu Verdruss, Ärger und Unbehagen. Für so manchen Mitstreiter leider mit kaum fassbaren Konsequenzen, während die Änderungswütigen inzwischen längst weg gelobt wurden.

2009 war ansonsten ein recht gutes Jahr. Ich erinnere mich, dass wir ROSALIE-Boys noch im Februar zusammen saßen und gemeinsam zu dem Ergebnis kamen, dass wir im Jahr 2009 aus Qualitätsgründen wohl noch nicht live spielen sollten. Am Ende waren wir dann doch schon heftig unterwegs. Und dabei gilt unser besonderer Dank unseren Angehörigen, die zwar manchmal über zu viel Aktivität maulten, aber letztlich hinter uns standen und uns auch unterstützten. Und wir haben viele neue Leute kennen gelernt. Wir haben mit Eric Burdon und seinen Animals, mit JANE, mit ROB TOGNONI und mit CENTRAL PARK zusammen gespielt. Das waren für uns besondere Erlebnisse. Wir durften zum ersten Mal in unserer Heimatstadt live auftreten und sind in der glücklichen Lage, bereits schon jetzt für das kommende Jahr 2010 über eine recht rege Nachfrage nach der großen Musik von Phil Lynott und seiner Band THIN LIZZY zu verfügen. Von daher sind wir natürlich sehr gespannt, was uns zukünftig erwarten wird. Und dann haben wir erste Fans von der Insel, die uns zunehmend anschreiben und teilweise ihr Kommen zu einem unserer zukünftigen Gigs ankündigen. Es dürfte klar sein, dass das für uns eine große Ehre ist, denn seien wir ehrlich: In Deutschland ist die großartige Musik von THIN LIZZY oftmals in Vergessenheit geraten und wir kämpfen darum, das Gedächtnis an famose Songs wieder aufzufrischen. Besonders schade ist dabei die Tatsache, dass viele Veranstalter keine Ahnung haben. Am meisten hörten wir nach unseren Gigs: „Mensch, dass war geil, ich habe gar nicht gewusst, dass diese Band so viele „bekannte“ Songs geschrieben hat“. Und daraus resultiert auch der Umstand, dass man, sicherlich auch im Zuge der Wirtschaftskrise, inzwischen von Seiten der Veranstalter immer wieder ein und dasselbe Programm bietet, anstatt in seinem Club für Abwechslung zu sorgen und somit ein reichhaltiges Angebot an guter Musik zu bieten. Leider leidet darunter die gesamte Musikszene und wird nach meinen Einschätzungen am Ende dazu führen, dass die Livemusik wieder unpopulärer wird, die Veranstalter sich somit also selber schaden und schließlich das Clubsterben weiter voran schreitet. 
 
In diesem Moment höre ich die Ballade „Saving Grace“ von 38 SPECIAL vom Album „Resolution“ und ja, ich hatte mir für das abgelaufene Jahr vorgenommen, mich ein wenig mehr mit dem Southern Rock zu beschäftigen. Es ist mir zwar nicht gelungen, mich in die Tiefen der Freaks rein zu schaffen, aber dennoch habe ich die eine oder andere Entdeckung machen können. 
 
Ich wünsche allen einen guten Start in das neue Jahr 2010, bleibt gesund und ich hoffe, dass wir uns alle demnächst mal wieder treffen werden.
Rockt on und Keep it LIZZY!!!